Wie das Rosa Pony in unsere Welt kam

Da ist es wieder, das rosa Pony. Scheu lügt es um die Ecke; scheu, aber mit einem Glitzern in den Augen, wohl wissend…

Das rosa Pony kam an einem sehr anstrengenden und lauten Tag zu uns. Das ist hier manchmal so. Ich bin Ehefrau, Mutter von Zwillingen, Hausfrau, nebenbei selbstständig und habe ein, nein mehrere gedankenfüllende Hobbies. An manchen Tagen passt das alles nicht mehr alles in meinen Kopf und es muss raus. Einfach raus. Dann wird es kurz laut um mich rum.

Meine Kinder kennen das und gehen schonmal mit, alles rausschreien. Aber das ist eine andere Geschichte.

Zurück zum Rosa Pony.

Es war eigentlich schon immer da. Seit meine Tochter auf die Welt kam, wohnte es mit hier. Sehen konnte nur sie es allein. Mit ihrem ersten Schrei war es da, ihr erstes Lächeln malte es rosa und so blieb es, bis heute. Das Pony und meine Tochter sind fünf Jahre alt. Ein tolles Alter. Eine Zeit, in der Feen und Einhörner eine große Rolle spielen; und Ponys. Am liebsten eins in rosa.

Das rosa Pony hat meine Tochter jetzt auch für mich sichtbar gemacht und das kam so.

Vor meiner Tochter lag an diesem besagten Tag großer Berg an Arbeit: sie sollte ihr kreativ gestaltetes Zimmer aufräumen, damit der Fußboden von wertvollen Glitzerpuppen befreit wird, die sonst einem Mutter- oder Vaterfuss zum Opfer fallen könnten. Meine Tochter hat beim Aufräumen noch keine selektive Wahrnehmung und bekam Panik, einfach Panik. Sie schrie, weinte und … gab auf.

Dass ich in fast demselben Augenblick selbst bei einem Wäscheberg und vollem Kopf am Verzweifeln war, machte die Sache nicht besser. Aber so fiel es mir zum sicher hundertsten Mal auf: sie ist wie ich… Mein erster Gedanke war, „oje“. Der zweite, „ich muss ihr helfen!“

Es ging nicht mehr ums Aufräumen, es ging um den vollen Kopf, die Angst, die Panik, das anders sein.

Als wir uns alle wieder beruhigt hatten, suchte ich nach einer Erklärung für mein Kind, dass sie etwas ganz besonderes ist. Also fragte ich sie „was ist für dich etwas ganz besonderes?“ Die Antwort kam wie aus der Pistole geschossen „ein Pony!“ Und weil visualisieren mit Farben am besten funktioniert, fragte ich sie noch nach ihrer Lieblingsfarbe. „Rosa“ war die spontane Antwort.

Dann bist du ein „Rosa Pony“, sagte ich ihr und sie verstand. In ihren Augen war so viel Stolz und Glück, als ob ich sie endlich verstanden hätte.

Das Rosa Pony wird uns noch eine Weile begleiten, denke ich. Ich freue mich auf die gemeinsamen Erlebnisse – in Rosa.

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