Da ist ein Weg…

Zeiten, in denen Erziehungsratgeber boomen, in denen Kindern mit viel mehr Einfühlung gegenüber getreten wird, in denen körperliche Gewalt, wie es schon die Ohrfeige ist, gesetzlich unter Strafe gestellt ist, sind ebenso Zeiten, in denen Eltern einem immensen Leistungsdruck und Drang zur Perfektion unterstehen und nicht selten unterliegen. Dieser Druck kommt von außen, aber auch von innen. Wir Eltern lassen ihn zu, gewähren ihm Raum und viel Zeit und sind von den Folgen überrascht.
Vor einigen Wochen habe ich einen Artikel über eine Mutter verfasst, die vor lauter Hilflosigkeit in der „Brüllfalle“ landet (Manchmal ist Mami nicht schön – weisse hexe afrika

https://weissehexeafrika.wordpress.com/2016/07/06/manchmal-ist-mami-nicht-schoen/). Und da ist es schon wieder, ein Wort, das die heutige Elterngeneration prägt. Eins, das mit Angst behaftet ist und abgelehnt wird; weil man ja so nie sein will, es nie wollte und es auch nicht sein darf.
Wir Eltern befördern uns mit solchen Gedanken in eine Spirale, die zielsicher in einer Sackgasse endet. Dass es aus der Sackgasse einen kleinen Trampelpfad heraus gibt, ist für viele zunächst nicht offensichtlich. Aber er ist da. Mal mehr, mal weniger zugewachsen, aber immer zugänglich. Nicht einmal schmerzhafte Dornen oder Brennnessel versperren den Zugang; nie.
Wer diesen Pfad einmal gefunden hat, kann aufatmen, sich sicherer fühlen, aufgefangen fühlen. Und selbst wenn die Brüllspirale uns noch ein paar Mal einholt, wir wissen, wie wir rauskommen und vergessen es nicht.
Erziehungswissenschaftler stellen alle möglichen Theorien auf, warum wir heutigen Eltern so sind, wie wir sind. Die Gesellschaft sei schuld, dass immer nur der ohne Fehler Erfolg hat, unsere eigene Schulzeit und unsere Kindheit sowieso.

Ich bin kein Wissenschaftler, aber ich bin Mutter und ich bin Tochter. Und ja, auch ich bin überzeugt, dass eine Grundlage für die heute so plakativ dargestellte „Brüllfalle“ in unserer eigenen Erziehung liegt. Und darin, dass „wir es besser machen wollen“ oder „mindestens genauso gut“. Warum wir das wollen und was wir genau besser machen wollen oder was so „perfekt“ war, wissen wir meist selbst nicht. Ein verkrampftes „anders machen“ oder das Denken „meine Eltern konnten das doch auch“, übt einen immensen Druck auf uns aus. Selbst gemachten Druck.
Die Brüllspirale… Denkt an den Pfad, dessen Eingang wir nur dann finden, wenn wir uns so akzeptieren, wie wir sind. Wir sind nicht unsere Eltern, wir müssen sie weder krampfhaft kopieren noch unbedingt das Gegenteil von ihnen sein. Wir sind wir und wir sind gut so, wie wir sind.

Fragt mal eure Kinder, was sie an euch am meisten lieb haben. Wahrscheinlich werdet ihr bei der Antwort überrascht sein.

… 50 mal um die Erde, achtmal um den Mond und wieder zurück, weil ihr einfach so seid, wie wir sind.

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