Schwarz-weiß Pepita

… Bin ich das oder kann das weg?

Ich sehe an mir hinunter und sehe nur schwarz und weiß. Klein gemustert, wenn auch nicht klein kariert. Schwarz-weiß und glockig ist der Rock, den ich heute zum Feiertag trage. Habe ihn mir heute morgen einfach gegriffen, weil er zu meinen schwarzen Schuhen passt. Dazu – völlig bieder – ein Rollkragenpullover. Den aktuellen Temperaturen angepasst, leider ohne jegliche Passform, auch wenn die Farbe stimmt: beere. Wie meine Walkhausschuhe, die den größten Stilbruch darstellen. Aber sie sind der Garant für warme Füße.

Zurück zum Rock, der sich dank seiner glockigen Bahnen auf der Couch breit macht. Nicht nur da übrigens, bemerke ich gerade.

Im Sitzen reicht der Rock nurmehr bis zum Knie. Ganz schön gewagt in meiner Größe. 

Schwarz-weiß Pepita. Ein Überbleibsel von der einstigen Karriere-Businessfrau, die ich mal war. Pepita…. darf das bleiben? 

Seit einiger Zeit gehört klassischer Büroalltag nicht mehr zu meinem Alltag. Die meisten Büro-Outfits wurden nach und nach aus meinem Kleiderschrank verdrängt.
Schwarz-weiß-Pepita. Soll es bleiben? Ist schon ein bisschen kleinkariert und irgendwie ganz schön eng, das Muster. Eng und klein.
Im Laufe unseres Lebens verändern wir uns immer wieder, streben mal in die eine, mal in die andere Richtung.

So war ich bisher immer wieder unschlüssig, wenn es um den Verbleib dieses Rockes ging. Auch ganz schön kleinkariert diese Gedanken. 

Damit ist es besiegelt: schwarz-weiß Pepita darf gehen. Darf eine neue Richtung einschlagen, eine andere als ich.

Eine Mutter ist….

In Zeiten, in denen das virtuelle Leben in Zeitschriften und im Internet eine beinahe wichtiger Rolle in unserem Leben einnimmt als die reale Welt, fällt mir immer wieder auf, dass das Mutter-sein sehr emporgehoben wird, sehr betont, ausführlich besprochen, diskutiert, beurteilt, verurteilt, missachtet wird.
Eine Frau wird Mutter aufgrund eines natürlichen Prozesses. In der Regel durch ihr Zutun, oft herbeigesehnt, manchmal auch überraschend oder gar über Nacht. Eine Mutter ist nicht zwangsläufig die Frau, die das betreffende Kind geboren hat, aber das nur am Rande. Eine Mutter ist, wenn man einem bekannten Spruch glauben schenken mag, der Engel, der das Kind umsorgt, es behütet, es bedingungslos liebt.

Nichts von alledem macht eine Mutter von außen angreifbar oder diskutierbar. Eine Mutter ist einfach da. Sie ist ein Geschenk, genauso wie Kinder ein Geschenk sind. 
Eine Mutter zeichnet eines besonders aus: sie ist eine Frau; mit allen Wenn und Abers. Sie ist eine Frau, die bis zu ihrem Muttersein jede Menge erlebt hat und mit diesen Erfahrungen ihr weiteres Leben lebt. Es ist immer noch ihr Leben, sie lebt es als Frau. Nicht mehr.