Schwarz-weiß Pepita

… Bin ich das oder kann das weg?

Ich sehe an mir hinunter und sehe nur schwarz und weiß. Klein gemustert, wenn auch nicht klein kariert. Schwarz-weiß und glockig ist der Rock, den ich heute zum Feiertag trage. Habe ihn mir heute morgen einfach gegriffen, weil er zu meinen schwarzen Schuhen passt. Dazu – völlig bieder – ein Rollkragenpullover. Den aktuellen Temperaturen angepasst, leider ohne jegliche Passform, auch wenn die Farbe stimmt: beere. Wie meine Walkhausschuhe, die den größten Stilbruch darstellen. Aber sie sind der Garant für warme Füße.

Zurück zum Rock, der sich dank seiner glockigen Bahnen auf der Couch breit macht. Nicht nur da übrigens, bemerke ich gerade.

Im Sitzen reicht der Rock nurmehr bis zum Knie. Ganz schön gewagt in meiner Größe. 

Schwarz-weiß Pepita. Ein Überbleibsel von der einstigen Karriere-Businessfrau, die ich mal war. Pepita…. darf das bleiben? 

Seit einiger Zeit gehört klassischer Büroalltag nicht mehr zu meinem Alltag. Die meisten Büro-Outfits wurden nach und nach aus meinem Kleiderschrank verdrängt.
Schwarz-weiß-Pepita. Soll es bleiben? Ist schon ein bisschen kleinkariert und irgendwie ganz schön eng, das Muster. Eng und klein.
Im Laufe unseres Lebens verändern wir uns immer wieder, streben mal in die eine, mal in die andere Richtung.

So war ich bisher immer wieder unschlüssig, wenn es um den Verbleib dieses Rockes ging. Auch ganz schön kleinkariert diese Gedanken. 

Damit ist es besiegelt: schwarz-weiß Pepita darf gehen. Darf eine neue Richtung einschlagen, eine andere als ich.

Da ist ein Weg…

Zeiten, in denen Erziehungsratgeber boomen, in denen Kindern mit viel mehr Einfühlung gegenüber getreten wird, in denen körperliche Gewalt, wie es schon die Ohrfeige ist, gesetzlich unter Strafe gestellt ist, sind ebenso Zeiten, in denen Eltern einem immensen Leistungsdruck und Drang zur Perfektion unterstehen und nicht selten unterliegen. Dieser Druck kommt von außen, aber auch von innen. Wir Eltern lassen ihn zu, gewähren ihm Raum und viel Zeit und sind von den Folgen überrascht.
Vor einigen Wochen habe ich einen Artikel über eine Mutter verfasst, die vor lauter Hilflosigkeit in der „Brüllfalle“ landet (Manchmal ist Mami nicht schön – weisse hexe afrika

https://weissehexeafrika.wordpress.com/2016/07/06/manchmal-ist-mami-nicht-schoen/). Und da ist es schon wieder, ein Wort, das die heutige Elterngeneration prägt. Eins, das mit Angst behaftet ist und abgelehnt wird; weil man ja so nie sein will, es nie wollte und es auch nicht sein darf.
Wir Eltern befördern uns mit solchen Gedanken in eine Spirale, die zielsicher in einer Sackgasse endet. Dass es aus der Sackgasse einen kleinen Trampelpfad heraus gibt, ist für viele zunächst nicht offensichtlich. Aber er ist da. Mal mehr, mal weniger zugewachsen, aber immer zugänglich. Nicht einmal schmerzhafte Dornen oder Brennnessel versperren den Zugang; nie.
Wer diesen Pfad einmal gefunden hat, kann aufatmen, sich sicherer fühlen, aufgefangen fühlen. Und selbst wenn die Brüllspirale uns noch ein paar Mal einholt, wir wissen, wie wir rauskommen und vergessen es nicht.
Erziehungswissenschaftler stellen alle möglichen Theorien auf, warum wir heutigen Eltern so sind, wie wir sind. Die Gesellschaft sei schuld, dass immer nur der ohne Fehler Erfolg hat, unsere eigene Schulzeit und unsere Kindheit sowieso.

Ich bin kein Wissenschaftler, aber ich bin Mutter und ich bin Tochter. Und ja, auch ich bin überzeugt, dass eine Grundlage für die heute so plakativ dargestellte „Brüllfalle“ in unserer eigenen Erziehung liegt. Und darin, dass „wir es besser machen wollen“ oder „mindestens genauso gut“. Warum wir das wollen und was wir genau besser machen wollen oder was so „perfekt“ war, wissen wir meist selbst nicht. Ein verkrampftes „anders machen“ oder das Denken „meine Eltern konnten das doch auch“, übt einen immensen Druck auf uns aus. Selbst gemachten Druck.
Die Brüllspirale… Denkt an den Pfad, dessen Eingang wir nur dann finden, wenn wir uns so akzeptieren, wie wir sind. Wir sind nicht unsere Eltern, wir müssen sie weder krampfhaft kopieren noch unbedingt das Gegenteil von ihnen sein. Wir sind wir und wir sind gut so, wie wir sind.

Fragt mal eure Kinder, was sie an euch am meisten lieb haben. Wahrscheinlich werdet ihr bei der Antwort überrascht sein.

… 50 mal um die Erde, achtmal um den Mond und wieder zurück, weil ihr einfach so seid, wie wir sind.

Ich folge meinem Traum

Seit langem träume ich davon, ein Buch zu schreiben.

Da es bis dahin noch ein weiter Weg ist, habe ich mich entschieden, das, was mir durch den Kopf geistert, einfach in die Welt zu posten für alle die, die es lesen möchten.

Ich freue mich über eure Kommentare und Meinungen und schreibe einfach weiter….

 

Wer ich bin:

Ich bin eine weiße Hexe aus Afrika und liebe es, zu schreiben.

Bisher habe ich das in sozialen Netzwerken oder in online Zeitungen getan, ab sofort auf meinem eigenen Blog.

Freut euch auf Beiträge zum Nachdenken, zum Träumen, zum Schmunzeln, ernstes, lustiges, und fantastisches.